Sommerlandschaft mit Hotel: Originalaufnahme vor der saisonalen KI-Bearbeitung.

Fotografie und KI

AI Act und Fotografie: Wann ist ein KI-Hinweis nötig?

Bildbearbeitung, saisonale Varianten und hinzugefügte Personen: praktische Beispiele für eine transparente Bildkommunikation.

Bildbearbeitung, saisonale Varianten und hinzugefügte Personen: praktische Beispiele für eine transparente Bildkommunikation.

Aus einem Sommerfoto wird eine Winteransicht. Ein leerer Pool bekommt Badegäste. Künstliche Intelligenz erweitert die Möglichkeiten der Bildgestaltung: Wie lässt sie sich einsetzen, ohne beim Betrachter falsche Vorstellungen zu wecken?

Der AI Act verbietet solche Bearbeitungen nicht und verlangt auch nicht für jedes retuschierte Foto dieselbe Kennzeichnung. Entscheidend ist, was sich im Bild verändert und was das Publikum für eine tatsächlich fotografierte Szene halten könnte .

1. Fotos optimieren: Wann ist kein KI-Hinweis nötig?

ÜBLICHE BILDBEARBEITUNG · IN DER REGEL KEIN GESONDERTER HINWEIS

Belichtung und Weißabgleich korrigieren, Bildrauschen reduzieren oder den Kontrast anpassen: Bleibt die Aufnahme der Realität treu, ist in der Regel kein Hinweis „mit KI erzeugt“ auf dem Foto erforderlich. Das gilt auch, wenn die Software intelligente Funktionen verwendet.

Die Grenze: Schatten aufzuhellen ist etwas anderes, als den Ausblick aus einem Fenster zu erfinden. Auch eine Funktion namens „Verbessern“ kann Details neu erzeugen. Deshalb zählt das Ergebnis, nicht allein die Bezeichnung des Werkzeugs.

2. Vom Sommer zum Winter: eine Variante transparent einsetzen

ORIGINALAUFNAHME

Sommerlandschaft mit Hotel: auf der Website als Original gezeigte Aufnahme.

MIT KI BEARBEITETE VARIANTE

Dieselbe Landschaft, mit KI in eine verschneite Winteransicht verwandelt.
Vergleich aus meiner Galerie: links die Originalaufnahme, rechts die mit KI erstellte saisonale Variante.

Das Gebäude ist real, und die winterliche Umgebung kann durchaus plausibel sein: KI zeigt, wie der Ort bei Schnee aussehen könnte. Das ist etwas anderes, als eine nicht vorhandene Leistung zu erfinden. Dennoch sollte eine illustrative saisonale Variante von einer Aufnahme unterscheidbar bleiben, die tatsächlich unter diesen Bedingungen entstanden ist. Ob eine Kennzeichnung vorgeschrieben ist, hängt auch vom Veröffentlichungskontext und den Erwartungen des Publikums ab. Die Plausibilität der Szene allein schließt die Pflicht nicht aus.

Geeignete Verwendung: in einem Vorher-Nachher-Vergleich, einem kreativen Entwurf oder einer klar gekennzeichneten saisonalen Kampagne. Die Variante sollte weder die aktuelle Schneelage dokumentieren noch garantierte Bedingungen während des Aufenthalts versprechen.

3. Hinzugefügte Personen: Atmosphäre statt dokumentierter Gäste

ORIGINALAUFNAHME

Pool und Liegen ohne die in der KI-Variante hinzugefügten Personen.

MIT KI BEARBEITETE VARIANTE

KI-Variante mit hinzugefügten Personen auf den Liegen und im Pool.
Die Aufnahme der Anlage ist echt; in der Variante wurden Personen mit KI hinzugefügt.

Auch wenn der Pool tatsächlich existiert, verändert die Anwesenheit von Personen die Aussage des Bildes. Wird die Variante als tatsächlich fotografierte Szene präsentiert, ist ein klarer Hinweis erforderlich. Sie darf nicht den Eindruck erwecken, diese Personen seien echte Kunden oder hätten eine Bewertung abgegeben.

Geeignete Verwendung: in illustrativen Inhalten für Website, Social Media oder Newsletter, sofern der Kontext und die Regeln des jeweiligen Kanals dies erlauben. Auch in sozialen Medien sollte der Hinweis das Bild begleiten und nicht zwischen Hashtags versteckt sein.

4. So kennzeichnen Sie die Bearbeitung

Direkt beim Bild: mit einer lesbaren Bildunterschrift, die bereits beim Betrachten sichtbar ist. Wird das Bild einzeln weitergegeben, hilft ein Hinweis im Bild, diese Information zu erhalten. „KI-Bild“ ist wenig konkret. Besser ist eine Angabe dazu, ob Schnee, Personen oder eine Ausstattung ergänzt wurden.

Auf Websites, Social Media und Portalen: Ein allgemeiner Footer oder Metadaten allein reichen nicht aus, um Betrachter eines Deepfakes zu informieren. Nutzen Sie auch die vorgesehenen Kennzeichnungsfunktionen des Kanals und prüfen Sie dessen Bedingungen: Plattformen können strengere Vorgaben machen.

Zwischen Fotograf und Auftraggeber: Bei der Übergabe empfiehlt es sich, Originale und Varianten zu unterscheiden, die Änderungen zu beschreiben und die zugehörigen Bildunterschriften mitzuliefern. Ausgangsdateien und verfügbare Herkunftsinformationen helfen, die Arbeit zu dokumentieren. Technische Markierungen für Anbieter von KI-Systemen sind eine andere Ebene als der sichtbare Hinweis für das Publikum.

5. Eine Kennzeichnung macht nicht jedes Bild zulässig

Einen nicht vorhandenen Pool ergänzen, ein Zimmer vergrößern oder das Panorama verändern: Das kann falsche Erwartungen wecken. Der Hinweis „KI“ löst dieses Problem nicht automatisch. Die werbliche Darstellung muss insgesamt zutreffend bleiben. Ein künftiges Bauvorhaben sollte als Entwurf und getrennt von Fotos bereits verfügbarer Leistungen gezeigt werden.

Bei eindeutig fantastischen oder stilisierten Illustrationen, die nicht wie authentische Fotos wirken, greift die Kennzeichnungspflicht für Deepfakes nicht automatisch. Für kreative Werke kann die Art des Hinweises dem Kontext angepasst werden. „Kreativ“ bedeutet aber keine generelle Ausnahme.

Weiterhin zu beachten sind Bildrechte, Persönlichkeitsrechte und die Lizenzen der eingesetzten Werkzeuge. Ausgangspunkt ist immer die geplante Verwendung des Bildes.

Die Möglichkeiten der KI im Video

Mein Video über Hotelbilder mit KI gibt einen visuellen Einblick in das Thema. Es zeigt kreative Möglichkeiten und ergänzt die Hinweise zur Transparenz in diesem Newsletter.

Um Zimmer, Räume und Leistungen wirklichkeitsgetreu zu zeigen, bleibt authentische Fotografie der Maßstab. KI kann die Bildsprache erweitern, wenn erkennbar bleibt, wo die Aufnahme endet und die Simulation beginnt.

Die Beispiele veranschaulichen rechtliche Kriterien. Die Beurteilung hängt auch vom Veröffentlichungskontext ab. Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Zur Verbesserung der Qualität und Effizienz unserer Leistungen setzen wir auch KI-gestützte Werkzeuge ein – stets als Unterstützung unserer fachlichen Arbeit und unter menschlicher Aufsicht.

Quellen und Hinweise

  1. AI Act, Artikel 50 ↗
  2. FAQ der Europäischen Kommission ↗
  3. Leitlinien zur Transparenz ↗
  4. Richtlinie 2005/29/EG, Art. 6–7 ↗

Fotografie und KI

Werten wir die Bilder Ihres Hotels auf.

Schreiben Sie mir: Gemeinsam prüfen wir, welche Aufnahmen sich eignen, wie sie eingesetzt werden können und welche Hinweise dazugehören.

Lassen Sie uns darüber sprechen ↗

Weiterlesen

Leistung

Hotelbilder mit KI

Bildbearbeitung, Schnee und hinzugefügte Personen: praktische Beispiele für transparente Hotelbilder.

Marco Bonatta

Autor

Marco Bonatta

Berufsfotograf in Meran seit 1998. Er arbeitet an Fotografie, visueller Kommunikation, Google Street View, virtuellen Rundgängen und KI-/GEO-Analysen für Tourismus und lokale Betriebe.